Jugendberufshilfe

 

 

Wir lernen alles, was wir brauchen

 

Yvonne und Sarah absolvieren im Rahmen der Jugendberufshilfe bei der Neues Wohnen im Kiez GmbH am Standort in der Frankfurter Allee 110 eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin. Sie haben gute Chancen, nach der Ausbildung ihren Traumjob zu finden.

 

Aus der Werkstatt tönt Radiomusik, die Pause ist zu Ende und die Jugendlichen nehmen wieder ihre Werkzeuge wie Pinsel und Hammer zur Hand. Die alten Prüfungskabinen müssen an die neuen Maße angepasst werden, die die Malerinnung beschlossen hat. In der praktischen Prüfung müssen die Azubis in den Kabinen ihre handwerklichen Fertigkeiten nachweisen wie Verputzen, Tapezieren mit Glasfasergewebe, Strukturvliestapete und Mustertapete oder Spachtel- und Lasurtechniken. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es für unsere Jugendlichen sehr wichtig ist, dass sie hier eins zu eins üben können und die gleiche Situation vorfinden wie in der Prüfung. Durch die gute Vorbereitung fühlen sich die Azubis sicher und müssen sich nicht auf Überraschungen gefasst machen«, erläutert Standortleiterin Tanja Dörflinger. Dies ist einer der Gründe für die hohe Erfolgsquote bei den Gesellenprüfungen, die bei fast hundert Prozent liegt.

 

Viel Input im ersten Lehrjahr

Auch Yvonne und Sarah helfen bei den Umbauten der Prüfungskabinen mit. Die Stimmung ist locker, man neckt sich untereinander, es wird viel gelacht. Die beiden haben ihr erstes Ausbildungsjahr hinter sich und erzählen von ihren Erfahrungen. Auf die Frage, was sie im ersten Jahr gelernt haben, kommt die prompte Antwort: »Viel!« Zunächst die Grundlagen und welche Aufgaben der/die Maler/in hat. Ein großes Thema war Holz, was es für Hölzer gibt, wie sie verarbeitet werden und was bei der Oberflächenbearbeitung beachtet werden muss. Praktische Erfahrungen haben sie auf Lehrbaustellen gesammelt. In einer Kita, wo der Flur und die Decken gestrichen werden mussten, haben Yvonne und Sarah den Arbeitsplatz eingerichtet und die Abdeckarbeiten übernommen. Wichtige Vorarbeiten, damit das Streichen sauber und zügig vonstatten gehen konnte.

 

Spaß und motivierende Unterstützung

Einmal in der Woche gehen Yvonne und Sarah in die Berufsschule. Das Lernen macht ihnen keine Probleme, auch weil sie mit ihrer Lehrerin Ramona Nagel in der Frankfurter Allee den Unterrichtsstoff noch einmal durchgehen und offene Fragen klären können. »Wir lernen ziemlich schnell, aber es gibt welche, denen fällt es nicht so leicht. Sie bekommen dann Einzelunterricht und individuelle Förderung«, erzählt Yvonne. Sie lernte Sarah bei der aktivierenden Berufsvorbereitung (ABO)  in der Kaiserin-Augusta-Allee kennen. Gemeinsam haben sie eine Projektwoche in der Ausbildungswerkstatt absolviert, was ihnen viel Spaß gemacht hat. »Dann wurde uns die Ausbildung zur Malerin und Lackiererin vorgeschlagen und Yvonne hat mich überredet«, erinnert sich Sarah lächelnd.

 

Sie hat es nicht bereut und zeigt stolz ein großes Bild, dass eine Mangafigur mit gezackten schwarzen Haaren zeigt. Das Motiv hat Sarah im Internet gefunden, es mit einem Beamer auf die tapezierte Stellwand projiziert, nachgezeichnet und anschließend ausgemalt. Sich in Ruhe auf eine Sache konzentrieren, malen und kreativ sein ist Sarahs Ding. Am liebsten würde sie nach der Ausbildung als Bühnenbildnerin oder Restaurateurin arbeiten. Yvonne möchte gerne ihren Meister machen und später selbst ausbilden. Dass sie hier gute Voraussetzungen für die Realisierung ihrer Zukunftspläne bekommen, daran haben sie keinen Zweifel. »Wir lernen alles, was wir brauchen. Und es gibt kein Tag, an dem wir nicht lachen!«