Wohngruppen

 

 

Wir haben uns einen guten Namen erarbeitet

 

Jana Mulinski begann 1999 als Praktikantin im Haus Singer in der Nähe des Alexanderplatzes. 2008 übernahm die damals 30-Jährige die Hausleitung. Ihre beiden Teams mit jeweils fünf Erzieher/-innen und je einer SozialarbeiterIn betreuen bis zu 20 Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren rund um die Uhr. Aktuelles Hauptthema ist die Suche nach qualifiziertem und engagiertem Fachpersonal.

 

Frau Mulinski, welche Erinnerungen haben Sie an die Anfangsjahre?

Wir haben im 12-Stunden Dienst gearbeitet. Danach war ich erschöpft, weil ich gefühlt zwölf Stunden Straßenkampf hinter mir hatte. Neues Wohnen im Kiez übernahm zu Beginn Jugendliche, die keiner haben wollte. Die meisten von ihnen waren Jungs mit Migrationshintergrund, gewaltbereit und oft kamen noch Drogenprobleme dazu. Unten im Haus war die Krise mit Drei- und Vierbettzimmern für bis zu achtzehn Jugendliche und oben gab es die Wohngruppe mit besonderer Prägung für Kinder und Jugendliche mit wesentlichen Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten mit zehn Plätzen.

 

Wie sieht die Situation heute aus?

Die Rahmenbedingungen haben sich von Seiten des Trägers verbessert. Unser Vorteil war und ist, dass hier Leute arbeiten, die eine Vision und eine Haltung haben. Wir haben uns in den vergangenen fast 20 Jahren pädagogisch weiterentwickelt, weshalb sich heute viele Dinge so entspannt anfühlen.

 

Ihr Fazit nach fast 20 Jahren?

Wir haben uns einen guten Namen erarbeitet und stehen für Qualität im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Das bedeutet auch, sich anlegen zu können, nicht alles mitzutragen und eigene Vorschläge zu machen. Wir wollen für unseren Job und unsere Klienten gute Rahmenbedingungen schaffen, weil wir bewiesen haben, dass wir einen guten Job machen, der uns noch immer Spaß macht.